Pressearchiv

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Donnerstag 04. Dezember 2008

Schwedt – Quer durch den Nationalpark Unteres Odertal verläuft eine Abwasserleitung der Schwedter Industrie. In einer am 4. Dezember 2008 unterzeichneten Vereinbarung ist nun geregelt, wie die Instandsetzung und Unterhaltung der Leitung und die Entwicklung des Nationalparks in diesem Bereich gewährleistet werden. Für Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) ist dies ein ganz besonderer Tag: „Es ist noch gar nicht lange her, dass sich die Schwedter Großindustrie und der Nationalpark in der Region unversöhnlich gegenüberstanden. Jetzt verbindet beide Partner eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Die von Woidke, dem Landkreis Uckermark, der PCK Raffinerie GmbH, der Leipa Georg Leinfelder GmbH und der UPM Kymmene Papier GmbH & Co KG zur Abwasserdruckleitung unterzeichnete Vereinbarung ermöglicht die Entwicklung des nördlichen Flutungspolders in ein Wildnisgebiet und die ganzjährige Öffnung der Einlass- und Auslassbauwerke, die zu deutlich naturnäheren Wasserverhältnissen führen wird.

Das Land hat hierfür einen im Vertrag definierten Ausgangszustand für das Wasserregime im unmittelbaren Bereich der Leitung und für die Beschaffenheit der Trasse zugesichert. Ein dazu im Oktober 2005 erarbeitetes hydrologisches Gutachten hat gezeigt, dass eine ganzjährige Öffnung der Bauwerke gegenüber dem seit Jahrzehnten praktizierten Flutungsregime nur unwesentliche Auswirkungen auf mögliche Instandsetzungs- und Unterhaltungsarbeiten der Leitung hat.

Die Trasse liegt so hoch, dass selbst bei regulären Frühjahrsflutungen eine Überstauung ausgeschlossen ist.

Der unmittelbare Bereich der Leitungstrasse gehört auf einer Breite von 50 Meter weiter in die Schutzzone II.

Die Unterhaltungsarbeiten werden in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung durchgeführt.

Auf der Grundlage des Nationalparkgesetzes und der jetzt unterzeichneten Vereinbarung sind die Nutzung, Instandhaltung und Ertüchtigung der Abwasserdruckleitung problemlos möglich. Auch gegebenenfalls erforderliche Kapazitätserweiterungen oder der Neubau der Leitung sind zulässig.

Die Trasse wird über den als Plattenweg ausgebauten Weg entlang des Sommerdeichs für den Betreiber erreichbar sein.

Sollte dies durch hohe Wasserstände ausnahmsweise nicht möglich sein, kann hilfsweise auch der Winterdeich befahren werden. Zur Nutzung der Deichanlagen bedarf es damit keiner Einzelgenehmigung mehr.

Da hierfür der Landkreis als untere Wasserbehörde zuständig ist, ist dieser Mitunterzeichner des Vertrags. Die Vereinbarung regelt somit nicht nur die Beziehungen zwischen dem Nationalpark und der Industrie. Sie leistet auch einen Beitrag zur Entbürokratisierung von Verwaltungsvorgängen.

Im Zuge der Unternehmensflurbereinigung ist der Ausbau eines Weges auf der Trasse vorgesehen. Dafür sind Fördermittel vorgesehen.

Mittwoch 22. Oktober 2008

Die PCK Raffinerie GmbH hat bei der Ausbildungsmesse „SAM“ in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal den informativsten Messestand aller Aussteller präsentiert und ist dafür am 17. Oktober mit dem Preis „Best of SAM“ geehrt worden. Landtagsabgeordneter Maik Bischoff übergab diesen Preis.

Auf der Schwedter Studien- und Ausbildungsmesse 2008 standen den jungen Besuchern an beiden Ausstellungstagen (19. und 20. September) 20 Auszubildende und Ausbilder Rede und Antwort. Für die Schüler, die nach einem Ausbildungsplatz suchten, war es besonders authentisch, von den Auszubildenden praktisch aus erster Hand Informationen zu erhalten, wie die Ausbildung in der PCK Raffinerie GmbH aussieht.

Der Preis „Best of SAM“ ist deshalb so begehrt, weil es ein Preis ist, der vom Publikum vergeben wird. 300 Jungen und Mädchen wurden befragt, an welchem Stand sie die besten Informationen für ihre Berufsentscheidung erhalten haben.

Organisiert wird die Schwedter Studien- und Ausbildungsmesse vom Verein „Junge Wirtschaft“ aus Schwedt/Oder.

Dienstag 13. Mai 2008

Rund 150 Jungen und Mädchen, darunter Schülergruppen aus Schwedt/Oder, Angermünde und Prenzlau, sogar aus dem Landkreis Märkisch Oderland und aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern, informierten sich am 24. April über berufliche Perspektiven in der PCK Raffinerie GmbH in Schwedt. Vorgestellt wurden die Ausbildungsberufe Chemikant/in, Laborant/in, Industriemechaniker/in, Elektroniker und Bürokaufmann/frau.

Die PCK-Ausbildung war gut vorbereitet: Denn alle Fachkabinette sind modernisiert und haben Spitzenniveau. Erst vor kurzem ging eine speicherprogrammierte Steuerung für eine Technikumsanlage in Betrieb. Damit arbeiten die PCK-Azubis nun mit der gleichen Steuerungstechnik wie die Anlagenfahrer in den Raffinerieanlagen.

Die Auszubildenden selbst betreuten die jungen Gäste während des ganzen Tages. So erhielten die jungen Besucher aus erster Hand Informationen, welche Berufe sie bei PCK erlernen können und wie vielseitig eine Ausbildung bei PCK ist. Viele Schülerinnen und Schüler erstaunte, dass Lehrlinge selbst Steuerungen für Sortier- und Trennanlagen bauen, eine thermische Technikumsanlage fachmännisch bedienen können und selbst an CNC-Maschinen arbeiten dürfen. Ganz gleich, für welchen der Ausbildungsberufe sich die jungen Besucher interessierten - sie konnten sich davon überzeugen, dass die Berufe interessant sind und das Ausbildungsniveau modernsten Anforderungen genügt.

Mittwoch 16. Januar 2008

2007 – ein Jahr der Herausforderungen

Das Jahr 2007 forderte das Team der PCK Raffinerie GmbH von der ersten Stunde an. Am 8. Januar – also vor gut einem Jahr – meldete der polnische Pipelinebetreiber PERN, dass der Pumpbetrieb der Pipeline „Freundschaft“ auf Grund von Streitigkeiten zwischen Russland und Weißrussland über Rohölpreise und Durchleitungsgebühren eingestellt wurde.
Das PCK-Team reagierte schnell und sicherte mit der Ersatzversorgung über den Rostocker Hafen den Betrieb der Raffinerie.
Es mussten kurzfristige Änderungen in der Fahrweise der Anlagen vorgenommen werden. Es gab Störungen in einer Entschwefelungsanlage. Das bedeutete wieder Einschränkungen in der Erdölverarbeitung. Die Raffinerieanlagen setzten die Verarbeitung mit schwefelarmen Nordseeölen fort. Fieberhaft wurde indessen an der Rekonstruktion des Wärmetauschers gearbeitet, um die Anlage wieder in Betrieb nehmen zu können. Renommierte Engineeringfirmen in Deutschland boten Realisierungszeiten von einem Jahr an. Die PCK-Dienstleister Furmanite (Fertigung) und Rohrleitungsbau Weber (Anpassung und Einbau) schafften diese Mammutarbeit in nur gut vier Wochen. Anfang März ging die Entschwefelungsanlage wieder in Betrieb.

PCK bewältigte mit „007“ den größten Komplettstillstand ihrer Geschichte
Schon sechs Wochen später, vom 16. April bis 15. Mai 2007, gingen zwei Drittel der Rohölverarbeitungskapazität in den TÜV-Stillstand. Mit einem Wertumfang von 86,6 Millionen Euro verdoppelte PCK fast die Aufwendungen für Instandhaltungen, TÜV-Überprüfungen und Projekte gegenüber dem Großstillstand „Adler“ im Jahr 2004 (45 Millionen Euro). 22 der 36 Verarbeitungsanlagen bei PCK standen still.
Dazu gehörten die größere Rohöldestillationsanlage bei PCK - die Rohöl 3, die katalytische Spaltanlage (FCC), die thermischen Spaltanlagen HSC und Visbreaker, mehrere Anlagen zur Kraftstofferzeugung und Produktentschweflung, Gas- und Schwefelgewinnungsanlagen, der Block 2 des Kraftwerkes und die Wasserstofferzeugung, Rückkühlwerke sowie Hilfs- und Nebenanlagen.
600.000 Tonnen Rohöl wurden infolge der Abstellung weniger verarbeitet als sonst üblich. Trotzdem konnte PCK den Berliner Markt zuverlässig mit Kraftstoffen und Heizöl versorgen.
Großflächige Korrosionsschäden in der Rohöl 3 und Lieferverzögerungen bei Rohrleitungen für die HF-Alkylierungsanlage erhöhten das Arbeitsvolumen der Komplexabstellung außerdem unplanmäßig.
Letztendlich arbeiteten in Spitzenzeiten täglich 3.350 Fremdarbeiter aus verschiedensten Nationen in den Anlagen. 70.000 Maßnahmen standen nach dem Abschluss von „007“ zu Buche, bis zu 70 Krane täglich orderte PCK für das Heben schwerer Ausrüstungen.

Die Projekte – Power für die Zukunft
Teil der Komplexabstellung war die Einbindung von mehreren Großprojekten in den Anlagenverbund, was aus technisch technologischen Gründen nur in diesem Zeitrahmen der Abstellung erfolgen konnte. Diese Projekte hatten einen Kostenumfang von 51 Millionen Euro.
Dazu gehörten im Wesentlichen:

  • FCC-Overcracking
  • Safetyprogramm HF-Alkylierung
  • Flexibilisierung der ETBE-Anlage
  • Boosterofen Rohöldestillation 3
  • Steigerung der Dampfleistung des Kessels 2 im Kraftwerk und
  • der Bau eines Rückkühlwerkes.


Mit dem Projekt „FCC-Overcracking“ reagierte PCK auf den rückläufigen Benzinverbrauch im Markt und nutzte einen Teil der anfallenden Komponenten für die Herstellung von Propylen, einem hochwertigen Einsatzstoff in der chemischen und Kunststoffindustrie.
In der HF-Alkylierung wurde ein Programm umgesetzt, um die Erzeugung sehr hochoktaniger Kraftstoffkomponenten langfristig zu stabilisieren. Das Programm „Flexibilisierung ETBE“ sicherte einen höheren Ausstoß eines weiteren Oktanzahl-Boosters, dem Bio-ETBE.

Sicherheit und Umweltschutz haben Priorität
Trotz des großen zusätzlichen Arbeitsvolumens und der Komplexität der Arbeitsabläufe mit vielen Fremdarbeitern während der Komplexabstellung „007“ wies die Unfallbilanz PCK im Jahre 2007 einen niedrigen Stand der Ereignisse aus. In rund gerechnet 4,5 Millionen Arbeitstunden (einschließlich Kontraktoren) ereigneten sich drei Unfälle mit Arbeitszeitausfall.
Bei der Inbetriebnahme der neuen Projekte im vergangenen Jahr traten einige Unregelmäßigkeiten auf, die sich mitunter auch in Fackel- und Geruchsbelästigungen zeigten. PCK dankte den umliegenden Nachbarn für das Verständnis. Das Einfahren neuer Anlagen musste auch durch erfahrenes Anlagenpersonal erst erprobt und beherrscht werden.

Rohölverarbeitung mit immer mehr Bio
2007 verarbeiteten die Rohölverarbeitungsanlagen rund 10,3 Millionen Tonnen Rohöl. Das ist ein gutes Ergebnis in Anbetracht der zeitlich eingeschränkten Verarbeitungskapazitäten durch die Komplexabstellung (600.000 Tonnen) und den Ausfall von Rohöllieferungen über die Drushba im Januar.
Dennoch baute PCK ihre Kompetenzen in der Erzeugung von biogenen Kraftstoffkomponenten weiter aus und erhöhte signifikant den biogenen Anteil für Ottokraftstoffe auf 123.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr (78.000 Tonnen).
Damit erfüllte PCK nicht nur die von der Bundesregierung geforderte Bioquote von derzeit noch 1,2 Prozent (Energiegehalt), sondern stellte auch die Bioquote für andere Abnehmer bereit.
Angestrengt arbeitete das PCK-Team gemeinsam mit Engineeringfirmen an neuen Projekten, um die von der Politik geforderten Bioquoten – im kommenden Jahr sind es 6,25 Prozent, bis zum Jahr 2015 steigert sich die Forderung auf acht, im Jahr 2020 sogar auf 17 Prozent – zu erfüllen. Diese Ziele lassen sich nur mit den Biokraftstoffen der zweiten Generation umsetzen. Das Freiberger Unternehmen CHOREN hatte am 18. Dezember 2007 verkündet, dass Schwedt der auserwählte erste Standort für die Erzeugung von BTL (biomass to liquid) – einem Biokraftstoff der zweiten Generation – sein wird. Mit dieser Ansiedlung entsteht die Chance auf eine sichtbare Erweiterung der Produktion von Bioprodukten und zunehmender Wertschöpfung im landwirtschaftlich geprägten Umfeld der Raffinerie.

Versand
2007 versendete PCK 9,3 Millionen Tonnen Produkte in den Markt. Das sind – dem Komplexstillstand „007“ geschuldet – 1,3 Millionen Tonnen weniger als im Rekordjahr 2006. Rund 5 Millionen Tonnen Produkt (54 %) verließen das Werk über die Schiene, rund 2,9 Millionen Tonnen (31 %) – das ist identisch mit dem Vorjahresergebnis – pumpte die PCK-Raffinerie über die Pipeline zur Versorgung des Großraumes Berlin nach Seefeld und 1,4 Millionen Tonnen (15 %) erreichten den Verbraucher per Tankkraftwagen.

Personal
Die PCK Raffinerie GmbH beschäftigt derzeit 1.204 Mitarbeiter unbefristet. Dazu kommen 62 befristete Mitarbeiter und 136 Azubis in den Ausbildungsberufen Chemikant/in (55), Chemielaborant/in (16), Industriemechaniker (22), Elektroniker/in Betriebstechnik (8), Elektroniker/in Automatisierungstechnik (23), Bürokaufleute (8) und Industriekaufleute (4). Innerhalb des Ausbildungsverbundes erhielten 46 Jugendliche aus 14 Fremdfirmen Spezialausbildungen in PCK-Fachkabinetten.

PCK im „Solomonvergleich“
PCK hat 2006 am internationalen Raffinerievergleich „Solomon“ teilgenommen, dessen Auswertung im vergangenen Jahr erfolgte. PCK erhielt wieder sehr gute Platzierungen und belegte Spitzenplatzierungen bei der Auslastung der Produktionsanlagen und dem Kapitalrückfluss. Die Bestplatzierung erreichte PCK bei den Kosten.
Der Nominalumsatz der PCK Raffinerie GmbH betrug in 2007 2,1 Mrd. Euro, was einen Spitzenplatz in Ostdeutschland bedeutet.

Mittwoch 29. August 2007

21 Auszubildende der PCK Raffinerie GmbH haben in diesem Sommer erfolgreich ihre Lehre abgeschlossen. Darin eingeschlossen sind die sechs Bürokaufleute, die am 31. August 2007 ihren Facharbeiterbrief erhalten.

Die Zeugnisse aller frisch gebackenen Facharbeiter geben Anlass zur Freude. Denn mit immerhin zwei Einser-Abschlüssen und zwölf Zweien ist das eines der erfolgreichsten Ausbildungsjahre bei PCK überhaupt. Und - alle Auslerner werden in der PCK wichtige Erfahrungen für ihren Beruf sammeln können, weil sie einen Arbeitsvertrag bei der PCK Raffinerie GmbH bekommen und in der Uckermark bleiben können. 19 von ihnen zunächst befristet – in einer auf den gezeigten Leistungen basierenden Zeitstaffel von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Zwei Auszubildende haben den Sprung in die Riege der PCK-Teams bereits geschafft.

Am 3. September starten in der PCK Raffinerie GmbH 36 junge Leute ihre berufliche Zukunft. Sie beginnen mit einer drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildung in den Berufen Chemikant (16), Elektroniker für Automatisierungstechnik (8), Chemielaborant (4), Industriekaufmann/frau (4) und Industriemechaniker (4). Den Neuankömmlingen am Schwedter Mineralölstandort stehen für die praktische Ausbildung modernste Fachkabinette wie ein Technikum mit einem neuen Prozessleitsystem, ein Kabinett für pneumatische und hydraulische Steuerungen, ein Schweißkabinett und eine Metallwerkstatt mit CNC-Technik zur Verfügung.

Auch für das neue Ausbildungsjahr hat PCK Verträge mit zehn Kooperationsbetrieben und Bildungsträgern aus der Region für eine Verbundausbildung unterschrieben. Das bedeutet, PCK stellt den Kooperationsbetrieben ihre modernen Ausbildungswerkstätten zur Verfügung, im Gegenzug können die PCK-Azubis in diesen andere berufliche Anforderungen kennenlernen.

Montag 04. Juni 2007

Die PCK Raffinerie GmbH hat mit dem Verbundstillstand „007“ vom
15. April bis 15. Mai 2007 das größte TÜV-Programm ihrer Geschichte realisiert. Dabei standen 22 Verarbeitungsanlagen in der Revision, immerhin 6644 Ausrüstungen wurden gesichtet und bearbeitet. Zum Vergleich: Beim TÜV-Stillstand „Adler 2004“ wurden 4557 Wärmeübertrager, Luftkühler, Behälter und Kolonnen, Absperrarmaturen, Sicherheits- und Regelventile, Pumpen und Motore unter die Lupe genommen. Neben den Instandhaltungsleistungen in einer Größenordnung von 35 Mill. Euro nutzte PCK den Großstillstand für die Einbindung von mehreren Großprojekten in einem Kostenumfang von 51 Mill. Euro in den Anlagenverbund. In Spitzenzeiten waren auf Grund des riesigen Arbeitsumfanges über 3350 Reparaturkräfte im Einsatz.

Nach dem Öffnen von großen Behältern und Kolonnen zeigte sich in der Anlage zur Rohölverarbeitung und in einem Komplex, in dem PCK hochoktanige Kraftstoffkomponenten erzeugt, dass der Aufwand für Reparaturen erheblich höher war als erwartet. Um die Inbetriebnahmetermine nicht zu gefährden, wurden zusätzliche Reparaturkräfte angefragt, was angesichts der ausgefüllten Terminkalender vieler Instandhaltungsfirmen und der Tatsache, dass Reparaturstillstände in mehreren Raffinerien anstanden, schwer umzusetzen war. Schwieriger als in den Großstillständen zuvor gestaltete sich auch die pünktliche Beschaffung von Material und Ausrüstungen. Ein wesentlicher Grund: der boomende Markt in Asien und Amerika.

So groß der Personaleinsatz, so riesig war auch der Einsatz von Technik. Eine der logistischen Leistungen war es deshalb, die Arbeiten von 70 Kranen für den Aus- und Einbau von Ausrüstungen abzustimmen. Acht längere Regenschauer behinderten die Instandhaltungsarbeiten und erhöhten den Termindruck. Das bedeutete, die Ausrüstungen mussten für Schweißarbeiten trocken gehalten und damit überdacht werden. Mitunter wurde – wegen der hohen Arbeitsdichte – auch in Schichten oder bis in die Abendstunden hinein gearbeitet.

Unser Fazit: Es war ein sehr großer Stillstand, der unsere Leistungen und Kräfte voll abforderte. Das strenge Sicherheitskonzept, das PCK für den Stillstand erarbeitete, ist aufgegangen. Allein 2 Mill. Euro kostete ein Überwachungs- und Signalsystem, das die Mitarbeiter in den Baustelleneinrichtungen absicherte. PCK setzte zusätzliche Sicherheitskoordinatoren ein, alle Reparaturkräfte wurden eingehend in Fragen Sicherheit geschult, zusätzliche Brandwachen erhöhten die Sicherheit.

Trotz des erheblichen Mehraufwandes hielten die Montagekräfte weitgehend ihre Termine. Die Raffinerieanlagen gingen – nach einem gestaffelten Inbetriebnahmezyklus – nacheinander wieder auf Produktion.

Montag 30. April 2007

Volles Programm auch in den Flüssiggasanlagen der FCC-AnlageDie Arbeiten beim größten Verbundstillstand in der Geschichte der PCK Raffinerie GmbH in Schwedt liegen im Zeitplan. Während die Montagen und Instandhaltungen in den Kernanlagen der Raffinerie wie beispielsweise in der Rohöldestillation 3 und in der katalytischen Spaltanlage noch in vollem Gange sind, gehen mit den beiden thermischen Spaltanlagen die ersten Prozessanlagen wieder ans Netz. Zeitweise waren in der letzten Aprilwoche sogar 3100 Reparaturdienstleister bei PCK im Einsatz, um das straffe TÜV-Programm in Umfang und Zeit einhalten zu können.

Montag 16. April 2007

In der PCK Raffinerie GmbH in Schwedt werden vom 16. April bis 15. Mai 2007 22 von 36 Verarbeitungsanlagen einem TÜV unterzogen. Damit realisiert die Schwedter Raffinerie den größten TÜV-Check ihrer Geschichte. Zum Vergleich: Kostete der Großstillstand „Adler“ vor drei Jahren um die 45 Mill. Euro, die Projekte eingerechnet, werden beim Großstillstand „007“ Instandsetzungen, TÜV-Überprüfungen und Projekte in einem Wertumfang von 86,6 Mill. Euro realisiert.

Zu den Anlagen, die in die Instandhaltung und Revision gehen, gehören:

  • die Rohöldestillation 3
  • die katalytische Spaltanlage (FCC)
  • die thermischen Spaltanlagen HSC und Visbreaker
  • mehrere Anlagen zur Kraftstofferzeugung und Produktentschwefelung
  • Gas- und Schwefelgewinnungsanlagen
  • der Block 2 des Kraftwerkes sowie
  • Hilfs- und Nebenanlagen wie die Wasserstofferzeugung und Rückkühlwerke.


Das bedeutet, zwei Drittel der Rohölverarbeitungskapazität stehen für vier Wochen nicht zur Verfügung. Damit können ca. 600.000 Tonnen Rohöl nicht verarbeitet werden. Schon frühzeitig sind deshalb in der Raffinerie die Tanks mit Fertigprodukten und Komponenten befüllt worden. In die Revision gehen 600 Wärmetauscher, 565 Behälter und Kolonnen, 2492 Armaturen, Sicherheitsventile und Regelventile, 92 Pumpen, 105 Motoren, 312 Lüfter und Verdichter. Eingetaktet sind weitere 1420 Inspektionen. Summa summarum sind im Reparaturplan 5722 Einzelmaßnahmen erfasst. Neben Instandhaltung und Revisionen werden mehrere Großprojekte abgeschlossen und in das Anlagenregime eingebunden. So beispielsweise die Projekte

  • FCC-Overcracking
  • Flexibilisierung der ETBE-Anlage
  • Sicherheitsprogramm Alkylierung
  • Umbau eines Ofens in der Rohöldestillation 3 und Einbindung eines neuen Boosterofens
  • die Steigerung der Dampfleistung des Kessels 2 im neuen Kraftwerk auf 750 t/h und
  • der Bau des Rückkühlwerkes 4.


Die Kosten für die Realisierung der Projekte belaufen sich auf 51 Mill. Euro. Die PCK verfolgt mit dem Stillstand das Ziel, die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen nachhaltig zu verbessern.

Fast 70 Firmen mit über 2500 Arbeitskräften werden in den Großstillstand „007“ einbezogen sein. Für die Sicherheit und Gesundheit aller am Stillstand Beteiligten hat PCK Sicherheitsziele formuliert. Alle PCK-Mitarbeiter und beteiligten Reparaturkräfte wurden in die Sicherheitsarbeit – speziell zu „007“ – eingewiesen. Alle Teilnehmer an den Sicherheitsunterweisungen tragen als sichtbares Zeichen einen entsprechenden Aufkleber am Arbeitsschutzhelm. Der Anspruch der Raffinerie ist, den Großstillstand „007“ mit
- 0 Unfällen,
- 0 Ereignissen/Bränden, an
- 7 Tagen der Woche zu realisieren.
Als Konsequenz aus dem tragischen Unglück in der US-Raffinerie Texas City im Jahre 2005 realisierte PCK für die Infrastruktur ihrer Baustelleneinrichtungen notwendige Schutzsysteme, die auch nachhaltig nutzbar sind. An den Grenzen der Prozessanlagen sind Gaswarnsysteme installiert worden, die bei Gefahr über Lautsprecher informieren. Die Baucontainer haben splittergeschützte Fensterscheiben. Anschlüsse für Strom, Datensysteme, Telefon und Trinkwasser stehen in den Baustelleneinrichtungen bereit. In Summe sind 2,25 Mill. Euro für die Sicherheit der Baustelleneinrichtungen ausgegeben worden. Ein neuer Waschplatz verschafft den Serviceteams mehr Spielraum für die Wärmetauscherreinigungen während des Stillstandes.

Auf die Versorgung der vielen Reparaturkräfte während des Stillstand haben sich PCK und der Kontraktor für das Catering die Firma Dussmann eingestellt. Versorgt wird über das Werkrestaurant, ein Versorgungszelt sowie über mobile Versorgungsfahrzeuge.

Die PCK Raffinerie GmbH ist ein Unternehmen der Shell Deutschland Oil GmbH, der Ruhr Oel GmbH und der AET-Raffineriebeteiligungsgesellschaft mbH (Total, AGIP).

Freitag 30. März 2007

Die Ausstellung "Kinderkunst in der Raffinerie" ist am 26. März 2007 mit einer kleinen Vernissage eröffnet worden. Sie ist dem 40. Geburtstag des internationalen Zeichenwettbewerbes "Entlang der Erdölleitung 'Freundschaft'" gewidmet.

Über eine halbe Million Kinderzeichnungen aus aller Welt sind seit Bestehen für diesen Wettbewerb eingereicht worden. Knapp 50 dieser sehr farbenfrohen Arbeiten stellt die PCK-Galerie seit dem 26. März aus.

Mehrere Generationen aus der Zeichnergarde des internationalen Zeichenwettbewerbs waren zur Ausstellungseröffnung gekommen. So die Avantgardisten mit der Initiatorin dieses Zeichenwettbewerbs Frau Ingrid Becker-Didschuneit, Heinz Kudlak, der Schwedt mit seinem Bild 1967 sogar in Indien bekannt machte, mit dem Angermünder Glaskünstler Christian Breßler bis hin zu Kindern des Keramikzirkels der Astrid-Lindgren-Schule, die ihre Arbeiten anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 ausstellen.

Die PCK Raffinerie GmbH überreichte an die Leiterin des Projektes Marita Poschitzki anlässlich dieses Jubiläums einen symbolischen Scheck in Höhe von 1000 Euro.

Mittwoch 31. Januar 2007

Die PCK Raffinerie GmbH Schwedt stellte 2006 mit 11,7 Mio t einen neuen Rekord in der Rohölverarbeitung auf. Das PCK-Team verarbeitete rund 160 kt Rohöl mehr als im Geschäftsjahr 2005 - das entspricht etwa fünf Tagesproduktionen. Möglich wurde dieses Ergebnis durch die Höchstverfügbarkeit aller Produktionsanlagen und eine hohe Leistungsbereitschaft des gesamten PCK-Teams.

Die Benzinerzeugung blieb mit 3,2 Mio. t etwa auf Vorjahresniveau, ebenso die DK-Produktion mit 3,7 Mio. t. 421000 t Flugturbinenkraftstoff gab PCK in den Markt ab, das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent. Ausdruck für eine sichtbar anziehende Konjunktur der Bauwirtschaft in der Region Berlin/Brandenburg ist die deutlich angezogene Nachfrage nach Bitumen mit 280000 t, das sind 11 Prozent mehr gegenüber 2005.

PCK hat 2006 daran gearbeitet, den Innovationsvorteil in der Erzeugung von biogenen Kraftstoffkomponenten weiter auszubauen. Drei Monate vorfristig ging im August eine weltweit einzigartige Anlage zur chemischen Einbindung von Bioethanol in Benzinkomponenten ans Netz. Mit diesem Anlagenverbund ist PCK in der Lage, die von der Bundesregierung geforderte Bioquote von 1,2 Prozent (Energiegehalt) im Benzin bereitzustellen und darüber hinaus auch andere Abnehmer zu beliefern. Damit verdoppelte PCK fast den Einsatz von Bioethanol mit 78000 t gegenüber dem Vorjahr (43000 t).

Auf vollen Touren laufen in der PCK die Vorbereitungen für den Großstillstand "007" von Mitte April bis Mitte Mai 2007, in den 22 Anlagen einbezogen sind. Neben der turnusmäßigen TÜV-Überprüfung von Apparaten, Behältern und Armaturen steht auch die Realisierung von mehreren Projekten auf dem Programm. Mit den Großprojekten FCC-Overcracking (29,6 Mio. Euro) zur Erreichung einer höheren Olefinausbeute, Boosterofen Rohöl 3 (12,9 Mio. Euro) zur Verbesserung der Verfügbarkeit der Anlage, einem Safety-Programm HF-Alkylierung (21,5 Mio. Euro) sowie dem Projekt Leistungssteigerung Industriekraftwerk (17 Mio. Euro) zur Erhöhung der Verstromungskapazität für Erdölrückstände stellt PCK die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.

Die hohe Rohölverarbeitung erforderte einen schnellen und reibungslosen Versand der PCK-Produkte an die Großtanklager und Verbraucher. Bei einem Rekordabsatz von 10,57 Mio. t verließen rund 6 Mio. t Produkt (57 %) das Werk über die Schiene, mehr als 2,9 Mio. t über die Pipeline zur Versorgung des Großraumes Berlin (28 %) und 1,6 Mio. t Produkt (15 %) erreichten den Verbraucher über die Straße. Dabei überschritt der Export in die Republik Polen erstmals mit 1,025 Mio. t die Millionenmarke.

PCK beschäftigt derzeit ca. 1250 Mitarbeiter/innen unbefristet. In der Schwedter Raffinerie erhalten 147 Jugendliche eine Ausbildung. Zurzeit laufen die Auswahlverfahren für 32 Ausbildungsplätze in den Berufen Chemikant/in, Elektroniker/in für Automatisierungstechnik, Chemielaborant/in und Industriekaufmann/frau. Innerhalb des Ausbildungsverbundes erhielten 35 Auszubildende von Fremdfirmen in den Fachkabinetten der PCK-Ausbildung Spezialkenntnisse vermittelt.

Der Umsatz der PCK Raffinerie GmbH betrug 2006 rund 2,1 Mrd. Euro.

Mit der Inbetriebnahme der Bioethanolanlage im Jahr 2004, betrieben durch die Nordbrandenburger BioEnergie GmbH, und einer Biodieselanlage der Nordbrandenburger Umesterungs Werke GmbH im Jahr 2005 nahm im September 2006 das Holzkontor und Pelletierwerk Schwedt GmbH seinen Probebetrieb auf. Das Werk verarbeitet ca. 240000 t Rohholz aus der Region und stellt rund 120 000 t Holzpellets für den Energiemarkt bereit. Mit diesen drei neuen Ansiedlungen wurden etwa 205 Arbeitsplätze geschaffen. Die PCK gründete im Frühjahr 2006 eine IP Industriepark Schwedt GmbH & Co. KG zur Förderung weiterer Industrieansiedlungen. Derzeit erarbeitet PCK gemeinsam mit der Stadt Schwedt einen Bebauungsplan zur Erweiterung des Industrieparks, im Besonderen zum Ausbau der Infrastruktur für weitere Ansiedlungen.

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